Wirtschaftsinitiative Mittelstand fordert pragmatische Politikgestaltung
6. Gesprächsrunde „Politik & Wirtschaft im Dialog“ – Praxisorientierter Austausch auf Augenhöhe zwischen Mittelstand und Bundestagsabgeordneten aus dem Main-Kinzig-Kreis
Ende Oktober fand im Druck- und Pressehaus Naumann in Gelnhausen bei Vorstandsmitglied Jochen Grossmann die 6. Gesprächsrunde „Politik & Wirtschaft“ der Wirtschaftsinitiative Mittelstand Main-Kinzig (WI-MMK) statt. Im Mittelpunkt stand diesmal der Blick nach Berlin mit einem offenen Dialog mit den CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Wiegelmann und Pascal Reddig über die aktuelle wirtschaftspolitische Lage und Herausforderungen, die den regionalen Mittelstand bewegen. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Michael Graf, Mitglied des WI-MMK-Vorstands, und Geschäftsführerin Kerstin Cieslik-Pfeifer.
„Mit der Gesprächsrunde wollen wir im direkten Gespräch zwischen unseren Mitgliedern und den Bundestagsabgeordneten die akuten Herausforderungen der Unternehmen unserer Region in die Entscheidungsfindung und Meinungsbildung einfließen lassen. Die Gespräche liefern relevante Impulse für die Bundespolitik. Ich gehe davon aus, dass beide Politiker einige unserer Themen mit nach Berlin nehmen und diese an die zuständigen Ministerien adressieren“, resümiert Cieslik-Pfeifer den wirtschaftspolitischen Dialog.
Konkrete Praxisfälle statt Allgemeinplätze
Wichtig ist der Wirtschaftsinitiative, dass bei diesem Dialog nicht nur warme Worte und oberflächliche Allgemeinplätze ausgetauscht werden, sondern die politischen Ansprechpartner an konkreten Beispielen aus der unternehmerischen Praxis erfahren, wo den regionalen Unternehmen der Schuh drückt. „Daher haben wir auch Praxisfälle weiterer Mitgliedsunternehmen anhand einer zuvor durchgeführten Umfrage in den Austausch eingebracht, die ein realistisches Bild von den Sorgen und Problemen der regionalen Unternehmer ergeben“, erläutert Kerstin Cieslik-Pfeifer.
Die Fälle veranschaulichten die multiplen Brennthemen wie das Übermaß an Bürokratie, der für die Unternehmen demotivierende Prozess der Rekrutierung ausländischer Fachkräfte aus dem Ausland, die hohen Energiekosten, Digitalisierungslücken sowie die für Export und Import unfreundlichen Zollreglementierungen einschließlich des CO2-Grenzausgleichsystems (carbon border adjustment mechanism – CBAM). Auch auf den Tisch kam die generelle fehlende Planungssicherheit auf Grund unklarer politischer Vorgaben seitens der Bundesregierung, die die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen stark erschwert.
„Alle Fälle aus der Praxis haben gemeinsam, dass die Unternehmer die Verhältnismäßigkeit von staatlichen Ausgaben auf der einen Seite und die teilweise akribische Gängelung des Mittelstands auf der anderen Seite scharf kritisieren“, betont WI-MMK-Vorstandmitglied Michael Graf. Dass es sich hierbei nicht um Einzelfallbetrachtungen und subjektive Befindlichkeiten oder einen kurzfristigen wirtschaftlichen Rückgang handelt, untermauerte die Wirtschaftsinitiative anhand von statistischen Zahlen zur Arbeitsmarktentwicklung, zu Insolvenzzahlen und den Aufbau von Stellen im öffentlichen Dienst.
Die Gesprächsreihe „Politik & Wirtschaft“ hat sich in den vergangenen Jahren als wertvolles Instrument des Austauschs und der Vernetzung etabliert. Sie bietet Mitgliedsunternehmen aus der Region die Möglichkeit, ihre Anliegen direkt an politische Entscheidungsträger heranzutragen und Impulse für eine wirtschaftlich starke Zukunft des Main-Kinzig-Kreises zu setzen, um konkrete wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Landkreis zu verbessern.
„Mit diesem Format haben wir eine Plattform geschaffen, auf der Politik und Wirtschaft direkt miteinander ins Gespräch kommen können. Ziel ist es, Herausforderungen offen anzusprechen und gemeinsam tragfähige Lösungen zu entwickeln. Wichtig ist für uns der offene Dialog. Wir bleiben aber kritisch gegenüber inkrementellen oder bürokratischen Prozessen, die den Mittelstand ausbremsen könnten. Wir bedanken uns bei den CDU-Bundestagsabgeordneten Johannes Wiegelmann und Pascal Reddig für die Offenheit und den respektvollen Austausch. Nur wenn Politik und Wirtschaft direkt miteinander sprechen, entstehen Lösungen, die wirklich wirken“, so Kerstin Cielik-Pfeifer abschließend.
Die nächste Gesprächsrunde „Politik & Wirtschaft“ ist für das 1. Quartal 2026 geplant.
Über die Wirtschaftsinitiative Mittelstand Main-Kinzig e.V.: Die Wirtschaftsinitiative Gemeinsam. Stark. Vor Ort. Den Mittelstand verbinden – im Main-Kinzig-Kreis, setzt sich für die Interessen des Mittelstands in der Region ein, bringt Wirtschaft, Wissenschaft und Politik an einen Tisch und unterstützt die Entwicklung nachhaltiger Wirtschaftskonzepte. Die Initiative stärkt als Stimme für den lokalen Mittelstand den Main-Kinzig-Kreis als Wirtschaftsstandort. Unter wi-main-kinzig.de gibt es weitere Infos zur Initiative.



